Der Ursprung des Weltfrauentages war mehrer Quellen zufolge ein spontaner Streik von Textilarbeiterinnen, der sich am 8. März 1857 in New York ereignet haben soll. Die Polizei habe diese Demonstration gegen niedrige Löhne und unzumutbare Arbeitsverhältnisse blutig niedergeschlagen, zahlreiche Frauen seien bei diesem Einsatz ums Leben gekommen. Genau fünfzig Jahre nach diesem Vorfall habe man sich am 8. März 1907 erstmals an diese Vorfälle erinnert.

Mehr als 150 Jahre nach dem Streik der Textilarbeiterinnen in New York ist die Situation der Textilarbeiterinnen aus den Dritte-Welt-Ländern weiter trist. Nach einem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Bangladesh, der über 300 Tote forderte, kam es im Jänner 2013 erneut zu einer Brandkatastrophe. In der Brandruine der Fabrik “Smart Garment Export” konnten Labels des deutschen Discounters KiK und des spanischen Unternehmens Inditex, zu dem auch die Kette Zara gehört, sichergestellt werden. Das Feuer brach am 26. Jänner in der Mittagspause aus. Deswegen hielten sich die meisten der rund 300 Beschäftigten außerhalb des Gebäudes auf. Dennoch kamen sieben ArbeiterInnen bei dem Brand ums Leben, vier waren jünger als 17 Jahre. Fehlende Sicherheitsstandard, ungenügende Brandschutzmaßnahmen, verstellte Türen sind die Ursachen der schrecklichen Unfälle.

Aber auch der Arbeitsalltag der TextilarbeiterInnen in Ländern wie China, Indien und Bangladesch, zunehmend auch in Vietnam und Kambodscha, die Bekleidung kostengünstig für den europäischen und amerikanischen Markt produzieren, sind elend. 16-Stunden-, bei hoher Auftragslage 24-Stunden-Schichten, eine Sozialversicherung meist nur auf dem Papier, Löhne unter dem Existenzniveau. Die meisten Näherinnen haben kaum Zeit für ihre Familien und leiden an körperlicher und seelischer Erschöpfung.

Zahlreiche Initiativen unter anderem die weltweit agierende Clean Clothes Kampagne (CCK) engagieren sich aktiv für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsproduktion. Die CCK zeigt Menschen- und Arbeitsrechtverletzungen in Fabriken der Bekleidungsindustrie auf. Sie mobilisiert KonsumentInnen und setzt sich mit deren Unterstützung für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von NäherInnen ein.

 

copyright: Alessandro Brasile

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copyright: Will Baxter

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